Die Disruption im Gesundheitswesen: Chance oder Risiko?

Der Gesundheitsmarkt befindet sich mitten in einem umfassenden Wandel. Disruption lautet das Stichwort. Die neuen Technologien und Geschäftsmodelle bringen viele Chancen mit sich. Wie man eine Apotheke zukunftssicher gestaltet anstatt zurückzubleiben, erklärte uns Julian Olk beim Digital Health Lunch Vol. 4.

Julian Olk ist Fachredakteur für die Digitalisierung des Gesundheitswesens & für das Fachbriefing beim Handelsblatt Inside Digital Health.

Der Fachjournalist hat uns zum Neujahrsbeginn einen besonders spannenden Ausblick gegeben, welche digitalen Technologien die Healthcare-Branche 2021 am stärksten verändern werden.

Doch was hat es mit „Disruption“ auf sich? Den Feind zu kennen ist die beste Strategie, um ihn wirkungsvoll zu bekämpfen, so heißt es. Doch ist die Disruption überhaupt ein Feind?

Laut Definition bedeutet Disruption in der Marktwirtschaft, dass ein bestehender Markt oder ein Geschäftsmodell von Innovationen wie bspw. Technologien oder anderen Entwicklungen abgelöst oder stark verändert, also quasi zerschlagen wird. Diese Form des Wandels wird derzeit auch in der Gesundheitsbranche beobachtet.

Die Möglichkeiten der digitalen Technik und Vernetzung verändern unser Verständnis von Gesundheit und führen zu neuen Lebens- und Konsumgewohnheiten der Menschen. Diagnosen können mittels künstlich-intelligenter Softwares erstellt werden, Blutdruck- und Kalorienverbrauch mit Wearables gemessen und Medikamente sowie medizinische Dienstleitungen jederzeit und von jedem Internet-fähigen Ort bestellt werden.

 

Neue, technisch-versierte Unternehmen drängen auf den prosperierenden Gesundheitsmarkt und sorgen für Aufruhr. Amazon, Google und Co. – die neuen Player auf dem Gesundheitsmarkt. Bisher ist die Digitalisierung vor allem durch Apps und neue Formate zu sehen. Auch das Versandgeschäft wächst kräftig weiter: laut Marktforschungsergebnissen von idealo haben 61% der Deutschen in den vergangenen 6 Monaten Arzneimittel online bestellt.

Die Versandhändler können durch geringere Miete und Personalkosten, so wie die größere, da besser erreichbare Kundschaft oftmals günstigere Preise anbieten und sind somit sehr wettbewerbsfähig. Google hat sich inzwischen in die digitale Krankenversicherung Oscar eingekauft, was dem Internetriesen die Tore zum Gesundheitsmarkt öffnen könnte.

 

Auch Amazon ist längst in den Gesundheitsmarkt eingestiegen. Laut Holger Schmitt von Focus Online laufen 55% aller Medikamentenrecherchen bereits eben hier ab – über Amazon. Zwar darf Amazon aus rechtlichen Gründen keine Medikamente verkaufen, die Integrierung von anderen Shops und Anbietern hingegen ist überhaupt kein Problem. Apothekenpflichtige Produkte werden rein über diese verkauft, während anderes wie etwa Diabetikerteststreifen auch direkt von Amazon angeboten werden. Diesen Unterschied merkt der Kunde zwangsläufig überhaupt nicht, denn wenn der Verkauf und Versand über eine Partnerapotheke erfolgt, geschieht beides über die Plattform Amazon.

Den ganzen Vortrag zum Thema „E-Rezept, Online-Plattformen, Amazon Pharmacy – DIe Digitalisierung macht 2021 zum entscheidenden Jahr im Medikamentenhandel“ von Julian Olk jetzt anschauen.  ⬇️

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